SWARCO: Alles was glitzert ist kein Kristall … oder doch?

Es ist ein außergewöhnlich regnerischer Nachmittag, als wir von Wateringen nach Lijnden fuhren. Das Wetter tat sein Bestes, den Rekord von mehreren aufeinanderfolgenden Stunden Regen in den Niederlanden zu brechen. Vertriebsingenieur Danny Hogeveen und ich sind auf dem Weg zu einer Führung bei einem unserer Kunden, um nachzusehen, wie unsere Produkte in ihren Netzwerken funktionieren.

Auf dem Weg dorthin zeigen die Obermatrixanzeigen eine niedrigere Geschwindigkeit als normalerweise erlaubt an. Dadurch fuhr jeder etwas langsamer, wodurch der Verkehr besser floss. Autos wurden zu Schatten und die Autobahn verschmolz zu einer einzigen grauen Einheit. Abgesehen von den Matrixanzeigen. Die kristallklaren weißen und roten LED-Leuchten durchdringen das düstere Wetter. Es bietet zum Glück ein wenig Farbe. Wir kommen rechtzeitig bei SWARCO an, dem Systemanbieter, der seit 2010 intelligente Verkehrssysteme (ITS), mit Sitz in den Niederlanden, liefert. Die SWARCO AG wurde 1969 in Österreich gegründet und hat mittlerweile über 80 Tochtergesellschaften weltweit. Peter Smit, Produktmanager und einer der Initiatoren der SWARCO Niederlanden, empfängt uns herzlich. Sie sind dabei eine neue Etage im Gebäude anzubauen, da das Unternehmen so schnell wächst.

Ein ganzes Verkehrssystem ist daran angeschlossen, und wenn es ins Stocken gerät, verursacht es sofort Unfälle.

Peter Smit, Produktmanager, SWARCO

Welt der Details

Peter ist begeistert von der Verkehrs- und Infrastrukturwelt. “Es ist eine Welt der Details im Bereich der Technologie und des Vekehrsmanagements, wo man wirklich den Weg kennen muss. Ohne ein hohes Maß an Wissen und Know-how wird man nicht weit kommen, denn es ist ein ziemlicher Nischenmarkt. In Bezug auf die Menschen ´infra´ ist es auch eine kleine Welt. Sie werden schnell eine Vielzahl an Menschen kennenlernen, denen Sie in verschiedenen Projekten in verschiedenen Funktionen begegnen und das macht es einfach sich anzuschließen. Es mag klein erscheinen, aber das täuscht, denn es deckt das gesamte Spektrum der Gemeinde und Rijkswaterstaat (die Hauptstraße, Wasserstraßennetze und Wassersysteme) bis hin zu den technischen Lieferanten ab. Ihr Einfluss ist beträchtlich und darüber hinaus ist Mobilität eines der Prioritäten in der Wirtschaft. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass es ein wunderbares Thema für Diskussionen auf Partys bietet; jeder hat seine eigene Meinung zum Verkehr und seine eigene Erfahrung.”

Das ist sicher wahr. Vor allem, wenn ich mit schwierigen Bedingungen konfrontiert werde, muss ich zugeben, dass ich eine Meinung über den Verkehrsfluss habe. Aber heute verlief trotz des schlechten Wetter alles reibungslos. Könnte das an den Indikatoren auf den Matrixanzeigen liegen?

SWARCOs Produkte sind Verkehrskontrollsysteme (Wagen Sie es nicht Ampel zu sagen!) und Verkehrssignalsysteme, aber auch Matrixanzeigen (dynamische Straßeninformationstafeln), und sogar die reflektierenden Fahrbahnmarkierungen. Und hier hat alles angefangen. In einem speziellen Verfahren werden winzige Perlen aus dem Abfall hergestellt, der aus der Bearbeitung von Swarovsky-Figuren stammt. Diese Mikroperlen werden mit einer speziellen Farbe gemischt, die für die Markierung der Straßen verwendet wird, die leicht zu mischen ist und sehr gut reflektiert. “Unsere amerikanische Anlage hält im Grunde genommen keine Lagerbestände, alles was sie produzieren wird sofort verwendet. Weltweit.”

Sagt der Mann wirklich, dass Swarovsky Kristall-späne in den Straßenmarkierungen sind? “Ja, das ist sicher. Und übrigens auch in den Linsen für die LED-Leuchten in den Matrixanzeigen. Es bietet das beste gebündelte Licht. Kristallklar.”

Die Bedeutung eines guten Netzwerks

Sie müssen SWARCO nicht die Bedeutung eines guten Kommunikationsnetzes erklären. Das Netzwerk muss stabil, zuverlässig und eine hohe Verfügbarkeit bieten. “Es ist an ein komplettes Verkehrssystem angeschlossen. Gerät dies ins Stocken, kann es sofort Unfälle verursachen.” In der Infra-Welt steigt das Interesse an Netzwerken weiter an, sodass sie als absolutes Muss angesehen werden und als Rückgrat eines ganzen Systems gelten.

Ein Großteil der Produktionsarbeit wird an eine Behindertenwerkstatt ausgelagert, weil SWARCO Wert auf Corporate Social Responsibility, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Ertrag legt. “Es bedeutet, dass wir unsere eigenen Arbeitsprozesse strikt standardisieren müssen. Jede projektspezifische individuelle Arbeit, die nicht standardisiert werden kann, erfolgt im eigenen Büro. Allerdings sind wir weiterhin in der Lage, Lösungen auch zu einem späteren Zeitpunkt im Produktionsprozess zu ündern, da ein Großteil der Arbeit standardisiert ist und genau geplant werden kann.”

SWARCOs technische Basisprodukte kommen nach wie vor aus dem Ausland, aber sie wählen je nach Land selbst die “umgebende Haut” und bestellen diese Produkte bei Lieferanten aus der Region. Schließlich variieren die Anforderungen an die Verkehrssysteme je nach Land, auch in den Niederlanden. Auf diese Weise hat SWARCO PROCENTEC gefunden: Sie waren auf der Suche nach einem Experten im Bereich PROFIBUS mit extrem hochwertigen Produkten. Seit einem Jahr verwenden Sie unsere Hubs auf der Autobahn A4 an der Prins Clausplein Kreuzung, in Richtung Amsterdam und seit Anfang dieses Jahres auch im Benelux-Tunnel. “Vor einiger Zeit ging ich die Einstellungen überprüfen und die Betriebszeit dieses Hubs war fast die gleiche wie die, in der das System im Einsatz gewesen ist. Das könnte richtig sein, da das System kurz vor dem Test aus der Produktion genommen wurde.”

In der Vergangenheit durchlief alles in einer Busstruktur. Jetzt wird für PROFIBUS eine Sternstruktur verwendet, für die sie die Hubs von PROCENTEC verwenden. Dadurch ist das Netzwerk flexibler und überschaubarer. Die Tatsache, dass ein zusätzliches Erdungskabel direkt mit dem Hub verbunden werden kann, reduziert den Schwierigkeitsgrad sowie die Verkabelung erheblich. “Diese Hubs sind ziemlich robust und zusätzlich sehen sie gut organisiert aus.”

Diese Hubs sind ziemlich robust und zusätzlich sehen sie gut organisiert aus.

Peter Smit, Produktmanager, SWARCO

Dauerhafte Lösungen

Ich frage mich, wo sich die Geäuse mit den gesamten Verkehrsmanagementsystem befinden. “Sie sind an Obermatrixanzeigen auf dem Weg hierher vorbeigekommen, nicht wahr? Haben Sie das Gehäuse mit der A-Konstruktion an der Seite bemerkt?” fragt Peter. “Tatsächlich, ja. Als wir im Stau standen, habe ich es bemerkt. Ist ein Gehäuse wie dieses wirklich so voll mit Ausrüstung? Wir gehen in die Richtung eines Versuchsaufbaus in einer großen Halle, wo sich menschengroße Matrixanzeigen und Verkerhrsampeln befinden und Peter öffnet ein Gehäuse. “Sehen Sie, das ist ein Verkehrssignalsystem.”

Es stellt sich heraus, dass das Gehäuse nur zu einem Viertel voll ist. Ist das Teil des Tests? Nein, wie sich herausstellt. Das ist alles. Im Inneren gibt es vier Geräte, darunter ein ProfiHub B5+RD, ein ProfiHub B2+R, einige Kabel und ein Laptop. Natürlich ist der Laptop nicht Standard. Dieses einzelne SWARCO-Gerät betreibt zusammen mit den PROCENTEC ProfiHubs ein komplettes Verkehrssignalsystem – in diesem Fall eine Brücke. Mit diesem Versuchsaufbau können Sie auch ein äußerst intensives Verkehrssystem ganz leicht simulieren: mithilfe des ProfiHub können große Mengen an Signaldaten imitiert werden, um eine optimale Belastung des Netzwerks zu ermöglichen. Der Testaufbau stockt überhaupt nicht. Sobald alle Indoor-Tests erfolgreich abgeschlossen wurden, wird das System ins Freie gebracht. Eventuell auftretende Probleme müssen durch äußere Faktoren verursacht werden, wie zum Beispiel eine fehlerhafte Verkabelung oder Kabelbrüche.

Heutzutage müssen die Gehäuse nicht mehr so voll sein. Die Gehäuse werden immer kleiner und langlebiger und die Lampen werden nicht mehr separat verdrahtet. Es wurde alles zur LED-Beleuchtung, sodass ein Zählerschrank voller Drähte unnötig geworden ist und einen erheblichen Unterschied im Stromverbrauch ausmacht. “Wo eine einzelne Lampe 60 Watt benötigte, benötigt eine Matrixanzeige heutzutage nur 15 Watt. Sie werden das auch bei der erforderlichen Batterie feststellen, um sicherzustellen, dass ein System im Falle eines Stromausfalles für zwei Stunden weiterarbeiten kann. In der Vergangenheit wurden große Batterien verwendet, die immer wieder von Hand gefüllt werden mussten. Jetzt verwenden wir kleine Batterien, da das Betriebssystem nicht mehr so viel Energie verbraucht.”

Ein weiterer Unterschied ist, dass heutzutage ein Ingenieur nicht mehr benötigt wird, um das Gehäuse zu untersuchen, wenn eine Matrixanzeige nicht funktioniert: Sie können das jetzt aus der Ferne steuern. Wenn es auf der Straße wirklich schief geht, gibt es immer noch die Möglichkeit die Anzeige fernzusteuern. Der Verkehr sieht dann keine falschen Informationen mehr und das technische Problem kann später gelöst werden.

Auf dem Rückweg regnet es immer noch, aber weniger stark. Die Matrixanzeigen sind wieder im mir vertrauten kleinen A4-Format. Sie sind ausgeschaltet. Die Fahrbahnmarkierungen funkeln noch fröhlicher, jetzt kenne ich Ihr Geheimnis.

Simone Leeuwenkamp – Content Marketingspezialistin

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